Int. Deutsche Meisterschaften der Masters

Babette Dirschauer ist neue Int. Deutsche Meisterin der Masters über 200m Rücken

 

Überaus erfolgreich war das Wochenende für Babette Dirschauer (AK50). Beim zweiten Wettkampf nach über 30 Jahren Abstinenz vom Schwimmsport konnte die ehemalige Leistungsschwimmerin an die Erfolge  ihrer Jugend anknüpfen. In einem spannenden Rennen schlug sie die Favoritin um 2 Sekunden.  Mit der Zeit von 3:03,52 sicherte sie sich den 1. Platz und den Titel  "Int. Deutsche Meisterin der Masters " vor Ursula Walitsch ( 3:05,06 ).

Insgsammt hatten sich 5 Schwimmer der SG Schwimmteam Köln der Herausforderung " Deutsche Meisterschaften " gestellt. Daniel Emil Mack ( AK 40 ) ging über 200 Brust und 400 Lagen ins Rennen. Javier Nogues (Ak 50 ) startete über 400 Lagen und 400 Freistil. Babette Dirschauer ( AK 50 ) über die 200 Rücken und Dagmar Kerler ( AK 40 ) über 400 Freistil. Sebastian Teitz musste den Wettkampf leider wieder absagen.

 

Die Ergebnisse :

Daniel Emil Mack

200 Br. 8.Platz in 3:00,20

400 Lagen 8.Platz in 6:11,69

Javier Nogues

400 Lagen 4.Platz in 5:42,03

400 Freistil ( disq.)

Babette Dirschauer

200 Rücken 1.Platz in 3:03,52

Dagmar Kerler

400 Freistil 5.Platz in 5:36,83

 (Andreas Giesen )

Wie es sich anfühlt nach so langer Zeit wieder im Wasserum Medallien zu schwimmen beschreibt Babette hier selber:
 

 

Insights into a Master

Teilnehmen, an den Deutschen Meisterschaften im Schwimmen?
Pah, warum nicht?
Schließlich habe ich das vor genau 40 Jahren und vor 32 Jahren auch
schon gemacht. Hat auch kaum wehgetan, betrachtet man es in der Rückschau.
Und außerdem bin ich mehrmals mit Medaillien nach Hause
gefahren......tja, so ist es gewesen..... damals!

Jetzt bin ich "Masters" und gefühlt gelassener. Nicht nur in der
Einschätzung der Prioritäten, im Wesentlichen an Lebenserfahrung.
Also: was kann schon passieren?
Aber warum ertappe ich mich dann immer öfter bei dem Gedanken an
diesen Wettkampf?
Weil es mein zweiter nach 3 Jahrzehnten sein wird? Oder ist es Herzenssache?
Wohl von beidem etwas.

Ich weiß nur, dass ich mich eines Samstagmorgen (18.April 2015) schon
zum Einschwimmen um 8:00 h im Wettkampfbecken im LLZ in Junkersdorf wieder
finde obwohl ich erst am Sonntag starte. 200 m Rücken.... immer schon
meine erfolgreichste Wettkampf-Strecke.
Ich rede mir ein: "Na ja, ich wollt´ einfach mal gucken wie dieser
Wettkampf so ist. Was macht einen Masters-wettkampf aus? Und: stimmt
das Wassergefühl, an diesem Wochenende?"
Aber eigentlich: größtenteils Ausreden!
Ehrlich gesagt: ich bin ziemlich aufgeregt, schon einen Tag vor meinem Start.

Aber dann ist er da, der Sonntag, DER Wettkampftag.
Er beginnt mit 200 m Schmetterling. 8 Läufe Männer, 6 Läufe Frauen.
Dann folgen 200 m Rücken.
Ausgerechnet habe ich meinen Start für ca. 10:30 h. Bereite mich
entsprechend früh darauf vor. Aber es zieht sich.... Warum legt sich
meine Aufregung nicht?
Einem Mitfühlenden am Beckenrand fällt das auf. Er spricht mich darauf
an.... hmmm, ist das peinlich? "Nein", denke ich. Ich gebe es
unumwunden zu und er fühlt sich animiert, von eigenen
Lampenfieber-Erlebnissen zu berichten. Irgendwie beruhigt mich das.
Ich fühle mich in guter Gesellschaft!
Aber jetzt los, nur noch 2 Läufe vor meinem Start. Ich entschuldige
mich, habe ja WAS vor, ziehe meine Badekappe an, stecke meine Chlorbrille
lässig in den Hosenbund (habe ich mir bei den Anderen abgeguckt) und
gehe an den Schiedsrichtern vorbei auf die Startbrücke.
Welch ein Gefühl!
Mein Adrenalin-spiegel steigt und ich weiß das es mir hilft, das
Gelernte ab jetzt abzurufen.

Der lange Pfiff des Starters lässt nun wirklich keine Gedanken mehr
zu. Nur noch den Ablauf einhalten. Ab ins Wasser. Position am
Startblock einnehmen und gespannt das "Biep" des Starters abwarten,
dann los!
Ja, ich habe schon beim Start ein gutes Gefühl. "Komme gut weg", wie
es heißt. Mache unter Wasser die geübten Delfin-Kicks und tauche ca. 1
Körperlänge vor der Favoritin wieder auf.
Danke Trainer !!!
Du hast mich immer wieder animiert das zu üben. Ich habe es auch brav
wiederholt. Und nun bin ich da wo wir hin wollten: Ich kann´s. Und
zwar offensichtlich besser als die anderen Mädels. Toll!
Obwohl ich während des Laufes nur wenig nachdenken kann, ist kaum zu
glauben, dass ich auch nach der 2. Bahn geschwommenen Bahn (immerhin
100 Meter) noch die Schnellste bin. Denn gemeldet war ich mit der
zweit besten Vorlaufzeit. Der Abstand zu der Bestplatzierten betrug
beachtliche 20 sec. Also irgendwie
unmöglich, dieser Vorsprung jetzt, aber Fact.
Auf der 3. Bahn muss ich meine Kräfte sammeln. Die Mitstreiterin holt
auf, gefühlt schwimmen wir jetzt auf einer Höhe.
Nach der dritten Wende, also auf der letzten - und entscheidenden -
Bahn war klar, ich muss noch einmal ALLE Reserven mobilisieren. Nur
nicht warten. Nein, JETZT! 50 lange Meter bis zum Ziel! Genau so setze
ich es um. Ich gebe, was noch möglich ist....und schlage mit einer
Körperlänge Vorsprung an.

Ich freue mich wie ein Kind und kann es nicht glauben!

Den ersten, mir bekannten Menschen dem ich begegne nachdem ich das
Wasser verlassen habe, ist der zweite Vorsitzende unseres Vereines
(1.SVKöln), Christian.
Ich höre mich nur noch sagen: "Darf ich dich mal drücken?" Die Antwort
warte ich nicht mehr ab....

DANKE an den Sport!!!
Und DANKE, dass es Menschen gibt, die sich unermüdlich in ihrer
Freizeit dafür engagieren und diese Erlebnisse erst möglich machen!

Fest steht: Die "31. int. Deutsche Meisterschaft" der Masters in Köln
war eine sehr gelungene Veranstaltung!

Ich nehme eine wunderbare Stimmung, viel Erstaunliches, Menschliches
und manch´ unmöglich erscheinende - wie erschwommene Rekorde - mit und
freue mich auf den nächsten Masters-Wettkampf als Teilnehmerin!

Aber auch für Zuschauer, Mitfieberer und Daumendrücker ist es ein
großes Erlebnis!
Meiner Tochter wäre beinahe, vor Aufregung, die Kamera aus den Fingern gerutscht
; ) ( Autor: Babette Dirschauer)

 

 

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