Nachruf Lotte Gippert 7.8.1924 – 27.03.2018

Lotte Gippert

 

7. August 1924 – 27.März 2018

 

Am 27. März verstarb unser Ehrenmitglied Lotte (Lieselotte) Gippert im Alter von fast 94 Jahren. Vor 82 Jahre trat sie in den Kölner Schwimm Klub 06 e.V. ein, dem Vorgängerverein des heutigen 1. Schwimm-Verein Köln.

 

Ich erinnere mich an den Nachruf für Ihren Mann Theo, der 2007 verstarb. Lotte Gippert, hatte und hat die gleiche Bedeutung für den Verein. Sie waren ein echtes Vereinsehepaar.

 

Lotte war als Archivarin das Gedächtnis des 1. SV Köln. Sie sammelte Protokolle und Presseveröffentlichungen und sorgte dafür, dass die wertvollen Unterlagen des Vereins dem Kölner Sportmuseum zur Verfügung gestellt wurden.

Bescheiden, kein Drang nach öffentlicher Belobigung, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, aber immer zuverlässig arbeitend, war ihre Stärke in der Vereinsarbeit.

Die Offenheit und Bereitschaft sich immer für Andere einzusetzen zeichnete sie aus.

 

82 Jahre für und mit einer Sportart zu leben ist ganz ungewöhnlich, aber für Lotte Gippert war dies ganz selbstverständlich. Hier gründete sie Freundschaften, lernte ihren Mann kennen, brachte ihre Tochter in den Schwimmverein ein und engagierte sich in der Verwaltung und als Übungsleiterin in der Schwimmausbildung. Natürlich schwamm sie immer selber, aber nicht nur so vor sich hin, sondern von Jugend an bis zum „Master“ bei Schwimmveranstaltungen mit sportlichem Erfolg. Das Interesse am und im Schwimmbetrieb  ließ nie nach,  trotz körperlichen Einschränkungen. Solange es ging, schwamm sie regelmäßig, wenn auch zuletzt „nur“ noch 8 – 10 Bahnen im Sprungbecken des Zollstockbades.

 

Meine 1. Begegnung mit dem Lotte Gippert ist 60 Jahre her. Lotte, die ich erst im hohen Alter so angesprochen habe, hat mich in diesem Verein begleitet und woran erinnere ich mich im Moment?

 

1958 im Lehrschwimmbecken des Agrippabad: Anfängerschwimmen mit Frau Gippert, kaltes Wasser, unendliche Geduld bei Kindern die schwimmen lernen sollten und ängstlich waren.  Das Sprungbecken im Agrippabad stand 1958 nur den Mädchen zur Verfügung. Hier machte ich meinen Freischwimmer und Fahrtenschwimmer und Lotte Gippert kontrollierte die zu erbringenden Leistungen sehr genau. Sie schickte  mich zur Sportmannschaft.

 

Was bleibt?

Dank für Gespräche über alte Kölner, Klüngel, Bäder, einfach Menschen, die mal für den Verein eine Bedeutung hatten. Dank für Chancen, die ich hatte, um dann einen eigenständigen Weg in der Vereinsarbeit zu gehen.

 

Der gemeinsame Weg hat ein natürliches Ende gefunden. Im Andenken und Erinnern werden immer wieder alte Wegestrecken auftauchen, die ein Vergessen verhindern.

 

Angelika Pörner

Vorsitzende